Umgang mit Gehölzen im Garten

In diesem Blogbeitrag veröffentlichen wir den Inhalt unserer zweiten Ausgabe der maz Infothek: Umgang mit Gehölzen im Garten

 

In diesem Rahmen geben wir Ihnen Informationen zu den einzelnen Arten von Gehölzschnitten. Den fachlichen Hintergrund hierfür lieferte uns der Gartenbauexperte Sven Ernst, staatlich geprüfter Techniker im Garten- und Landschaftsbau sowie Geschäftsführer vom „GartenWerk Dukat“ aus Belm. Im weiteren Verlauf dieser Broschüre erhalten Sie Hinweise über die erlaubte Bepflanzung an Gartengrenzen zum Nachbargrundstück. So können Sie von Anfang an den richtigen Standort für Ihren neuen Baum planen.

Schnittarten von Gehölzen

Grundsätzlich gilt, dass der Gehölzschnitt der Kräftigung und Gesunderhaltung der Pflanze dient. Im weiteren Sinne geht es um die Erziehung der Pflanze.

Allgemein werden vier Schnittarten unterschieden:

1. Der Erziehungsschnitt

Ziel des Erziehungsschnittes ist es, die Pflanze beim Wuchs sowie bei der Formentwicklung so zu unterstützen, dass sie eine gute Grundlage geebnet bekommt, ein locker gewachsenes und gesundes Gehölz zu werden. Sie soll ein kräftiges, standsicheres Grundgerüst erreichen und schon früh die gewünschte Baumkronenform erhalten. Den Erziehungsschnitt führt man in den ersten fünf Lebensjahren der Pflanze und eventuell noch eine kurze Zeit
hierüber hinaus durch. Begonnen werden sollte mit dem ersten Schnitt erst, wenn die Blätter voll ausgebildet sind – dann kann er im jährlichen Rhythmus stattfinden. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Spätwinter an einem frostfreien Tag. Dabei werden die Seitenleittriebe teilweise zurückgeschnitten. Außerdem werden alle Steiltriebe, Konkurrenztriebe des Haupttriebs und nach innen wachsende Triebe entfernt. Der Haupttrieb wird in der Regel nicht gekürzt.

2. Der Erhaltungsschnitt

Bei diesem Schnitt steht das Entfernen von Zweigen und Ästen, mit dem Ziel, die voll ausgebildete Krone eines Gehölzes licht- und luftdurchlässig zu halten, im Fokus. Die Krone wird beim Schnitt ausgelichtet. Kranke, beschädigte und zu dicht stehende Äste werden abgeschnitten. Daher ist ein Erhaltungsschnitt fast immer auch gleichzeitig ein Rückschnitt bzw. ein teilweiser Verjüngungsschnitt. Bei Bedarf kann mit dem Erhaltungsschnitt auch ein vollständiger Verjüngungsschnitt durchgeführt werden. Der Erhaltungsschnitt sollte regelmäßig, möglichst alle zwei bis vier Jahre, stattfinden. Er trägt wesentlich zur gesunden Erhaltung der Pflanze bei.

3. Der Formschnitt

Ein Formschnitt ist das Entfernen von Ästen und Zweigen mit dem Ziel, ein Ziergehölz entgegen seines natürlichen Wuchses in eine besondere Form zu bringen. Es handelt sich um den aufwendigsten aller Schnitte. Die Pflanzen werden durch den Schnitt zu kantigen oder runden geometrischen Formen wie Pyramiden, Quader, Kegel, Kugeln, Würfeln oder zu tierischen und menschlichen Gestalten geformt. Gehölze, die sich besonders für den Formschnitt eignen, sind zum Beispiel Buxus, Eibe, Hainbuche, Ilex und Linde. Der Formschnitt wird normalerweise von Hand mit einer Baumschere oder Heckenschere durchgeführt. Wenn man den Schnitt regelmäßig vornimmt, kann viel Zeit und Kraft gespart werden. Der Heckenschnitt sollte beispielsweise zweimal im Jahr durchgeführt werden (je nach Witterung Mitte/Ende Juni und Mitte/Ende September). Selbiges gilt für den Schnitt des Gartenbonsais und des Spalierobstes.

4. Der Verjüngungsschnitt

Wurde ein Schnitt lange Zeit versäumt, sollte ein Gehölz mittels eines größeren Eingriffs gekürzt werden. Bei Obstbäumen bemerkt man eine solche Erfordernis beispielsweise wenn die Krone sehr dicht ist, sich nur noch wenig neue Triebe entwickeln und die Fruchtgröße allmählich abnimmt. Diese Entwicklung nennt man auch Vergreisung. Viele Pflanzen vertragen einen solchen Eingriff des Verjüngungsschnitts bei richtiger Durchführung sehr gut. Doch muss man meist in den zwei bis drei folgenden Jahren Ausgleichsschnitte durchführen. Das Vergreisen kann durch einen Verjüngungsschnitt aufgehalten werden. Obstgehölze, wie zum Beispiel Äpfel- und Birnenbäume, besitzen ruhende Knospen. Diese Knospen werden auch Reserveknospen (schlafende Augen) genannt. Beim Verjüngungsschnitt werden die Triebe auf ein Drittel ihrer Länge eingekürzt und andere Triebe werden vollständig entfernt. Die ruhenden Knospen, die unterhalb der Schnitte liegen, werden dadurch zum Austreiben angeregt. Durch den Verjüngungsschnitt entsteht eine lichtdurchlässige und durchlüftete Krone. An den neu wachsenden Trieben entwickeln sich Blüten und Früchte. Bei den meisten Obstbäumen wird der Verjüngungsschnitt in den Wintermonaten durchgeführt, wenn kein starker Frost herrscht. Bei Kirschbäumen erfolgt der Verjüngungsschnitt beispielsweise nach der Ernte. Auch Sträucher, wie zum Beispiel Berberitzen, Haselnüsse, Liguster und Sommerflieder, können durch eine Schnittmaßnahme verjüngt werden. Dazu können die Triebe bis auf ungefähr 30 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden.

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(Den vollständigen Beitrag lesen Sie in folgender PDF: Umgang mit Gehölzen im Garten)

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